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BIM als entscheidender Treiber für die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 5. Februar 2020 12:58:07 MEZ

Spacewell Germany - BIM als Treiber der Immobilienwirtschaft

Trends von Jens Hoffstiepel

Building Information Modeling (BIM) ist eine der wichtigsten Innovationen der Bauindustrie und mitunter auch der gesamten Immobilienbranche bei der Digitalisierung von Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus. Um die Wichtigkeit dieses Themas zu unterstreichen hat in der vergangenen Woche das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens "BIM Deutschland" seine Arbeit aufgenommen. Und ab Dezember 2020 wird der Einsatz der BIM-Methode dann verpflichtend – aber nur für Infrastrukturbauten. Mit der digitalen Planungsmethode soll zukünftig über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes eine solide Datengrundlage zur Verfügung stehen. Bereits bei der Errichtung des Bauwerks führt dies zu mehr Kosten-, Qualitäts- und Termintreue. Aber was kann BIM für die Immobilienwirtschaft bewirken?

BIM als existenzieller Treiber für die Immobilienwirtschaft der Zukunft 

 Bei der Planung sowie Umsetzung von Neubauten ist BIM mittlerweile eine verbreitete und gerne eingesetzte Methode. Das von den Bundesministerien für Verkehr und digitale Infrastruktur des Innern, für Bau und Heimat ins Leben gerufene Zentrum “BIM Deutschland wird bei seiner Arbeit aber den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken – also das Planen, Bauen, Betreiben und ggfs. Rückbauen von Bauwerken im Hoch- und Infrastrukturbereich - betrachten. Ein Indiz dafür, für wie wichtig BIM als digitale Methode der Planung und Gebäudemodellierung nicht nur für die Errichtung neuer Immobilien, sondern auch für die weiteren Abschnitte im Lebenszyklus von Immobilien angesehen wird - sowohl, um Kosten und Termine im Blick zu behalten als auch den Zustand des Immobilienbestandes zu beobachten und ihn so einfacher instandzuhalten. 

Vorteile von BIM im Bestand 

BIM als Methode für die digitale, softwareunterstützte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken etabliert sich demnach in der Branche immer mehr. Auch wenn die Methode aufgrund der entstehenden 3D-Modelle von Gebäuden mit der dazugehörigen Datensammlungen besonders in den ersten Phasen des Lebenszyklus von Immobilien seine Vorteile in den Bereichen Kosten- und Zeitplanung hat, entfaltet BIM seine Vorteile nicht mehr nur während der Planungs- und Bauphase. Es zeigt sich immer mehr, dass BIM auch für die Betriebsphase von Gebäuden viele Potenziale mit sich bringt. Die Nutzung, der anfangs mithilfe von BIM geschaffenen Datensammlung sowie die Möglichkeit der nachträglichen weiteren Ermittlung von Bestandsdaten der Immobilien und deren Einsatz für immobilienwirtschaftliche Geschäftsprozesse bietet dabei wohl die größten Vorteile.  

Alle mit BIM erhobenen Daten auch während der Betriebsphase nutzen

Die Vision ist, dass alle Daten, die mithilfe von BIM während der Planungs- und Bauphase erhoben werden, dem Immobilienmanagement auch während der Nutzungsphase zur Verfügung stehen. So können anhand des erstellten 3D-Modelles und der hinterlegten Informationen dann beispielsweise nachvollzogen werden, welches Kabel oder welches Rohr, in welcher Wand wo verläuft. Welcher Schacht wo anfängt und wo aufhört und wo welche technische Anlage verbaut ist. Die gesammelten Daten liefern auf diese Weise letztendlich ein riesiges datenbasiertes Modell einer Immobilie, in dem alle am Betrieb der Immobilie beteiligten Akteure integriert sind und davon profitieren können.  

Ein innovativer Treiber, diese Vision in die Realität umzusetzen, ist die Nemetschek Group. Mit 16 Tochterunternehmen bildet die Nemetschek Group den gesamten Lebenszyklus, von der ersten Planung über den Bau bis hin zur Nutzungsphase und dem effizienten Management von Immobilien schon heute digital ab und setzt sich gleichzeitig für mehr digitale Zusammenarbeit, einen nahtlosen Datenaustausch und mit der Open-BIM-Initiative für offene Standards ein. Denn nur etablierte Datenstandards ermöglichen die Vision der Zukunft - eine Nutzung aller relevanten Informationen über eine Immobilie auf Basis einer “Plattform”, wie beispielsweise einer Software für das Immobilienmanagement mit der zusätzlichen Integration von spezialisierten Lösungen, wie beispielsweise Smart Building Plattformen oder Serviceportalen für die Kommunikation. 

Mit den Daten, gesammelt in einer Software für das Immobilienmanagement als zentrale “Plattform” für übergreifende digitale Prozesse, können Immobilienverwalter direkt auf die gebündelt gesammelten Informationen aus verschiedenen Lösungen zugreifen und mit ihnen ihre internen Prozesse effektiv gestalten und externe Dienstleistungen optimieren. Kombiniert man die sich aus der BIM-Methode ergebenden Daten, beispielsweise mit gesammelten Daten aus modernen Smart Buildings und vorhandenen personenbezogenen Daten in Softwarelösungen für das Immobilienmanagement, ergeben sich riesige Potenziale für vielfältige Serviceaufgaben. 

Beispiele für den Einsatz von BIM für Bestandsimmobilien 

Die Anwendung von BIM-Daten während der Nutzungsphase von Immobilien kann also für Immobilienunternehmen und deren Kunden/Mieter erhebliche Vorteile mit sich bringen - besonders wenn die fehlende oder lückenhafte Dokumentation von Gebäuden vollständig auf einen aktuellen Stand gebracht wird, kann die Methode für Immobilienunternehmen äußerst wertvoll sein. Aufgrund der modellbasierten Arbeitsweise sowie der gesammelten Daten entsteht eine aktuelle, qualifizierte und wiederverwendbare digitale Gebäudedokumentation, die bei zukünftigen Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten am Bestand oder im Bereich der Immobilienverwaltung bzw. des Facility Managements von Nutzen sein kann – den Verlauf der Versorgungsleitungen oder Daten zur Statik zu kennen ermöglichen es beispielsweise, unterschiedliche Sanierungsvarianten und ihre verschiedenen Ausprägungen zu berechnen und darzustellen. Auf diese Weise können die konkreten Planungen sowie Bauüberwachungen aller zukünftigen Arbeiten an Immobilien auf Grundlage von 3D-Modellen erfolgen und den Mehrwert mit sich bringen, der auch bei BIM-Projekten im Neubau zum Tragen kommen. 

Aber die wesentlichen Potenziale der BIM-Datenmenge und der Erfassung eines Bestandsobjektes in ein BIM-Modell ergeben sich mit Blick auf die optimierte Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden über die Folgejahre. Kann der Eigentümer oder Verwalter auf ein System zurückgreifen, in dem alle Informationen zu jedem Bauteil und jeder technischen Anlage einer Immobilie mit deren Funktionen, Lage, Alter, Wartungsintervallen hinterlegt sind, werden die Aufwände für zukünftige Sanierungs- bzw. Instandhaltungsarbeiten drastisch reduziert. Für die genaue Planung bzw. Kalkulation von Angeboten oder für die Arbeitsvorbereitung und Auftragsdokumentation sowie für VOB‐konforme Abrechnungen (Vergabe- und Vertragsordnung) können beispielsweise alle nötigen Daten aus dem System ermittelt werden.  

Zudem könnten die hinterlegten Daten auch ihren Vorteil für die Vermietung und Nutzung von Gebäuden bringen. So bieten einige Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft, anhand der mit BIM ermittelten Informationen und zusätzlich eingesetzten Smart-Building Technologien genaue Kalkulationen, beispielsweise Flatrates für die Reinigung von Gewerbeimmobilien an und sichern sich so einen Marktvorteil. Sowohl der Einsatz von BIM-Daten aus Neubau-Projekten als auch die nachträgliche digitale Erfassung von Informationen mit Smart Building Technologien könnten somit viele Potenziale liefern, um auch während der Betriebsphase einen großen Nutzen mit sich zu bringen – wir reden hier beispielsweise von einer automatischen softwareübergreifenden Übermittelung aktueller Daten aller Immobilien aus einem Portfolio für eine schlanke Kommunikation sowohl intern als auch mit Dienstleistern, nachhaltiger Investitionsplanung, einfacherer Ausschreibungen, verbesserten Dienstleistungen, erleichterter Instandsetzungen und eine effektive Vermarktung.

Foto: Patrick Schneider auf Unsplash

Topics: Trends


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