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Der “digitale Zwilling” und ganzheitliches Immobilienmanagement

Eingestellt von Redaktion am 2. April 2020 14:58:12 MESZ

digitaler zwilling

Trends von Redaktion

Die Arbeit in der Immobilienwirtschaft wandelt sich immer weiter hin zu digitalisierten Prozessen. Zuletzt hat sich im Zuge dessen der Begriff "Digitaler Zwilling" etabliert und weiterentwickelt. Der digitale Zwilling, mit dem Immobilien digital abgebildet werden können, soll zahlreiche Möglichkeiten schaffen, Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette einer Immobilie zu optimieren. Er könnte maßgeblich dazu beitragen, Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ganzheitlich zu managen.

Immobilienwirtschaft im digitalen Umbruch 

Immobilienentwicklung und Immobilienbetreuung befinden sich im Umbruch, und die Unternehmen der Immobilienwirtschaft müssen Antworten darauf finden, ob und welche Kernprozesse zur Digitalisierung tauglich sind oder es zukünftig werden. Im Fokus stehen digitale Lösungen und smarte Technologien für die Entwicklung und Verwaltung von Immobilien. BIM (Building Information Modeling), Software für das Immobilienmanagement, PropTechs (Lösungen für Teilbereiche der Immobilienwirtschaft) und Smart-Building-Lösungen werden heute in vielen Immobilienunternehmen für ihre Digitalisierungsstrategien in Betracht gezogen oder gar schon eingesetzt. 

Lösungen für den gesamten Lebenszyklus von Immobilien kombinieren 

Aber reden wir von Immobilien, reden wir von einer Vielzahl unterschiedlichster Aufgabengebiete, die die verschiedenen Lebenszyklen von Immobilien abbilden - darunter beispielsweise die Projektentwicklung oder das Asset-, Property- und Facility Management. Diese verschiedenen Aufgabengebiete nutzen häufig allein die für sie relevanten digitalen Lösungen. Dabei sollte der Gedanke der Digitalisierung einen Schritt weiter gehen Ziel muss es sein, die über den gesamten Lebenszyklus von Immobilien gesammelten Daten und Informationen übergreifend nutzen zu können. Dort kommt der “digitale Zwilling”, also das digitale Abbild von Immobilien, ins Spiel. 

Kosten-, zeiteffizient und kundenorientiert in die Zukunft 

Hintergrund ist, dass es in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft für die Unternehmen der Immobilienwirtschaft unerlässlich ist, sich kosten- und zeiteffizient und vor allem kundenorientiert zu entwickeln, um den Erfolg ihrer “Produkte” und Dienstleistungen sicherzustellen. Das funktioniert nur mit ganzheitlichen, übergreifenden Prozessen. Die zunehmende Digitalisierung in der Immobilienbranche mit der Sammlung von Daten aus dem BIM-Verfahren und der während der Nutzungsphase von Immobilien gesammelten Daten macht das möglich. Denn diese Datenvielfalt kann für die Konzeptionierung und Einführung eines ganzheitlichen Immobilienmanagements beispielsweise auf Grundlage eines digitalen Zwillings genutzt werden. 

Medienbrüche aufgrund unterschiedlicher Softwarelösungen für viele Teilbereiche 

Der aktuelle Stand der Digitalisierung zeigt, dass eine Vielzahl an digitalen Daten in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen beispielsweise in Form von CAD‐Modellen bzw. 3D Visualisierungen, Stammdaten oder auch Verbrauchs- und Nutzungsdaten heute schon vorhanden sindmeist jedoch auf unterschiedlichen Datenbanksystemen. Es werden demnach häufig eine Vielzahl an Softwarelösungen für verschiedene Teilbereiche der Wertschöpfungskette von Immobilien eingesetzt, die nicht untereinander kompatibel sind und harmonische Prozesse verhindern. Die Folge sind informationstechnische Medienbrüche durch mehrfache oder nicht durchgängige Datenflüsse. Damit droht jedoch die Gefahr, dass die mit der Digitalisierung eigentlich angestrebte Vereinfachung von Arbeitsprozessen durch den Einsatz einer Vielzahl von Insellösungen verkompliziert wird und Nutzer den Überblick verlieren. 

Digitale Immobilienmodelle 

Eine potenzielle Lösung wären digitale Immobilienmodelle, oder gegebenenfalls ein digitaler Zwilling auf Basis einer Softwarelösung für das Immobilienmanagement, als Herzstück einer digitalen Infrastruktur, in dem Daten aus Entwicklungs, Fertigungs- und Verwaltungsprozessen von Immobilien durchgängig vernetzt werden könnten. Das Model einer Immobilie muss dabei nicht unbedingt gleich ein dreidimensionales Abbild sein, kann aber natürlich um eine derartige Visualisierung ergänzt werden. Vielmehr aber könnte darunter eine virtuelle, dynamische Datensammlung einer Immobile verstanden werden, welche als Plattform für die vielen Softwarelösungen zum gegenseitigem Datenaustausch über den gesamten Lebenszyklus dienen würde. Dieser digitale Zwilling könnte folglich entlang des gesamten Lebenszyklus von Immobilien und in verschiedensten Anwendungsfällen genutzt werden, um den „Datenschatz“ effektiv und effizient zu verwalten. 

Grundlage BIM 

Mit der zunehmend eingesetzten Arbeitsmethode BIM (Building Information Modeling) wird heute die Grundlage für ein datengestütztes Planen sowie Bauen und das spätere Management von Immobilien gelegt. Für Planung und Bau von Immobilien werden dabei datenbankbasierte, Planungsmethoden eingesetzt, die zur Erzeugung digitaler (virtueller) Bauwerksmodelle (Digitaler Zwilling) führen. Dieses auf virtuellen BIM-Modellen beruhende digitalen Zwillinge ermöglichen es, die einzelnen (virtuellen) Bauteile einer Immobilie mit weiteren Informationen zu verbinden. Das BIM-Verfahren eröffnet so die Möglichkeit Flächen, Räume sowie kleinteilige Informationen, wie Kabelverläufe und Rohrschächte oder die Standorte sowie Informationen zu technischen Anlagen von Anfang an direkt eindeutig zu erfassen und diese so für die spätere Nutzungsphase und die Verwaltung von Immobilien bereitzustellen. 

Diese Datenbasis schafft einen Grundstein für alle zukünftig hinzugefügten immobilienrelevanten Informationen. Planungsdaten ergänzt um Stamm-, Vertrags- und Nutzerdaten sowie Informationen zu Gebäudezustand, technischen Gebäudeanlagen oder aber Echtzeitdaten aus Smart-Building-Lösungen an einer zentralen Stelle zu bündeln ist die Voraussetzung für ein ganzheitliches Immobilienmanagement. Jede Insellösung für die vielen Teilbereiche der Immobilienwirtschaft könnte sich an der zentralen Plattform – dem digitalen Zwilling – angliedern und orientieren. Daten müssten dabei über Schnittstellen zwischen angrenzenden Softwarelösungen ausgetauscht werden, um Prozesse effizient und ohne Medienbrüche abzubilden und alleinstehende Datensammlungen zu vermeiden. 

Ganzheitliches Immobilienmanagement für die Immobilienwirtschaft von morgen 

Datenstandards und ein effizientes Datenmanagement spielen also für die Erstellung eines “digitalen Zwillings” und übergreifende Prozesse zwischen Softwarelösungen eine zentrale Rolle. Über das Zusammenspiel der einzelnen Lösungen hinaus müssen Daten kompatibel und übertragbar sein - im Sinne eines ganzheitlichen Immobilienmanagements. Denn bei der Verwaltung von Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg führt am Einsatz von unterschiedlichen Softwarelösungen und einem organisierten Datenmanagement als Unterstützung schon heute kein Weg vorbei - anders sind die modernen Anforderungen der Nutzer, die damit anfallenden vielfältigen Aufgaben des Managements und die notwendigen Prozesse nicht zu meistern.  

Für ein ganzheitliches Immobilienmanagement müssen nun übergreifende Prozesse geschaffen werden. Mithilfe einer Plattform, in dem alle Daten gebündelt zugrunde liegen und verschiedene Softwarelösungen integriert werden können, könnten die vielfältigen Aufgaben der verschiedenen Arbeitsbereiche im Lebenszyklus einer Immobilie abgebildet werden. Für die Digitalisierung von Prozessen rund um die Immobilie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ist es also eminent wichtig, eine professionell aufgesetzte IT-Gesamtstruktur zu entwerfen. Angefangen beim Einsatz von BIM in der Planungs- und Bauphase, sollten neben einem kaufmännischen System bzw. einer Softwarelösung für das Immobilienmanagement auch weitere Aspekte, z. B. ein CAFM und angrenzende Programme, mit einbezogen werden. Denn erst in der Gesamtsicht entfalten sich die optimalen Potenziale und das ganzheitliche Immobilienmanagement erbringt seinen großen Mehrwert.  

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