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Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft – wie Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels klug handeln

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 9. September 2020 13:28:54 MESZ

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Management & Verwaltung von Jens Hoffstiepel

Vielerorts in der Immobilienwirtschaft sind die Klagen groß - man finde kein gut ausgebildetes Personal. Besonders im Zusammenhang mit der steten Weiterentwicklung digitalisierter Arbeitsweisen sind qualifizierte Mitarbeiter, die den Umgang mit den neuen Technologien beherrschen, äußerst gefragt. Der Fachkräftemangel trifft mittelständische Unternehmen meist besonders hart. Branchenübergreifend suchen Firmen händeringend IT-Experten und digital Natives – auch in der Immobilienwirtschaft. Denn die derzeitige Situation dürfte den strukturellen Trend hin zu mehr Digitalisierung weiter verstärken. Viele Unternehmen haben die Möglichkeiten in der Nutzung der digitalen Lösungen für sich entdeckt und werden diese mit Investitionen in Technologien und Personal weiter vorantreiben. Auch wenn noch nicht absehbar ist, inwieweit finanzielle Hemmnisse in der Krise zu einer Verschiebung von Investitionen führen, sollten Verantwortliche schon jetzt Lösungen suchen, um Mitarbeiter mit entsprechenden Fähigkeiten zu qualifizieren bzw. zu finden und für sich zu gewinnen. 

IT- und softwaregestütztes Arbeiten wird zum Alltag 

IT- und softwaregestütztes Arbeiten wird für einen Großteil der Mitarbeiter in der Immobilienwirtschaft immer mehr zum Alltag. Neue digitale Technologien führen zudem zu einer Weiterentwicklung von onlinebasierten und plattformgestützten Geschäftsmodellen und werden die Arbeitsprozesse weiter verändern. Diese Veränderungen bringen neue Anforderungen an die Mitarbeiter von morgen mit sich – der Umgang mit digitalen Lösungen wird umfangreicher und umfasst ein breites Spektrum an Kompetenzen und wird so für viele Beschäftigte komplexer und anspruchsvoller. Andererseits werden Routinetätigkeiten durch den Einsatz von Softwarelösungen für das Immobilienmanagement unterstützt, automatisiert und so vereinfacht. Der Umgang mit diesen Systemen ist dabei weniger kompliziert, als viele Branchenbeteiligte sich vorstellen – Voraussetzung ist ein neuer Fokus bei der beruflichen Qualifizierung sowohl in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung. Denn die Anforderungen an das digitale Wissen von Mitarbeitern liegen nicht in tiefgreifendem technischen IT-Fachwissen, sondern umfassen eher Kompetenzen im Umgang mit eingesetzten Softwaresystemen und Plattformen. 

Mitarbeiterprofile mit digitalen Fachkenntnissen 

Dennoch macht die Digitalisierung vor keiner Branche halt – und so werden Mitarbeiterprofile mit tieferen digitalen Fachkenntnissen in Zukunft immer stärker nachgefragt und gute, qualifizierte Mitarbeiter werden händeringend gesucht. Am besten mit Expertise in Digitalisierung und Datenmanagement. Leider ist solches Personal momentan schwer zu finden und erst recht schwer anzuwerben. Es gibt einfach zu wenige dieser Fachkräfte - und die Guten sind oft fest in ihrem Job verankert. Vertragsangebote werden von Wunschkandidaten nicht mehr ohne Weiteres angenommen. Sondern ganz im Gegenteil - Ablehnungen aufgrund von Alternativangeboten mit eventuell besseren Arbeitsbedingungen nehmen zu. In Zeiten von demografischem Wandel und Digitalisierung ist der Kampf um die klügsten Köpfe also längst entbrannt. Die Unternehmen der Immobilienwirtschaft müssen sich daher gut aufstellen, um mit Konkurrenten und anderen Branchen mithalten zu können. Doch was können sie tun, um notwendige Positionen frühzeitig zu besetzen und somit nachhaltig erfolgreich am Markt zu sein? 

Als Unternehmen die richtigen Schritte einleiten 

In Zeiten des Fachkräftemangels ist es essenziell, die richtigen Schritte einzuleiten, um gutes Personal zu rekrutieren bzw. weiterzuqualifizieren und vor allem im Unternehmen zu halten. Gutes Gehalt allein reicht vielen Mitarbeitern dabei heutzutage nicht mehr aus. Eine gute Work-Life-Balance, ein Team, das auf Augenhöhe miteinander arbeitet und weitere Benefits, wie etwa Weiterbildungschancen sollten heutzutage Grundlagen eines erfolgreichen Recruitments und Employer Brandings sein. Den Kampf um die besten Mitarbeiter gewinnen Unternehmen heute, wenn sie ein positives Image von sich als Abreitgeber transportieren. 

Verantwortliche sollten also in ihr Employer Branding investieren, um von potenziellen Mitarbeitern gesehen zu werden und die Anzahl und Qualität der Bewerbungen zu erhöhen – sowie gute Mitarbeiter im Unternehmen langfristig zu binden. Ähnlich wie bei der Customer Journey im Marketing, sollten Unternehmen sich die Bewerber-Journey einmal vor Augen führen. Wo ist unsere Bewerberzielgruppe unterwegs? Über welche Kanäle und Kontaktpunkte erreichen wir sie am besten? Wie muss unsere Ansprache sein? Auch der Unternehmensstandort hat strategische Bedeutung. Immer mehr Menschen leben in Städten. Wer sein Unternehmen in ländlicher Region hat, hat es schwerer, passende Leute zu finden. Ein erster Schritt ist es beispielsweise, die eigenen Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen und als ehrliche Testimonials im Employer Branding-Prozess einzubinden. Auf Mitarbeiterbewertungsportalen wie Kununu können Mitarbeiter ihr Unternehmen bewerten – was wesentlich authentischer ist, als in einer Imagebroschüre im Hochglanzformat zu schreiben, was für ein großartiger Arbeitgeber man ist. Eine Arbeitgebermarke aufzubauen, dauert Zeit. Doch es führt nachhaltig zu erhöhter Sichtbarkeit und einem positiven Image. 

Azubis frühzeitig binden 

Eine weitere Möglichkeit, dem Fachkräftemangel zu begegnen ist, den Fokus bei der Ausbildung auf die digitalen Tätigkeiten zu verstärken und Auszubildende frühzeitig zu binden. Das dauert zwar Zeit und kostet Geld, ist aber gleichzeitig enorm wichtig für den Aufbau eines wertvollen Mitarbeiterstammes sowie einer positiven Arbeitgebermarke. Es wäre demnach fatal, diese qualifizierten Mitarbeiter dann nach der Ausbildungszeit oder dem dualen Studium gehen zu lassen. Allerdings können Immobilienunternehmen auch dagegen etwas unternehmen. Nämlich, indem sie ihre Azubis und Studenten sehr direkt und persönlich in das Unternehmen integrieren, sodass diese sich schnell mit der Unternehmenskultur identifizieren können - dazu gehören Maßnahmen, wie die Integration der Azubis in die interne Kommunikation und die regelmäßige Information der Azubis über ihre beruflichen Möglichkeiten im Unternehmen.  

Mitarbeiter umschulen und weiterbilden 

Die mitunter höchsten Prioritäten für die Zukunft von Immobilienunternehmen genießen wohl derzeit Investitionen in die Digitalisierung sowie Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Letzter Punkt wird zunehmend wichtiger, denn im Zuge des Strukturwandels und der Digitalisierung verschieben sich die Anforderungen an Mitarbeiter in Immobilienunternehmen. Die Frage lautet: Wie sollten Verantwortliche mit den Mitarbeitern umgehen? Sie entlassen und neue Mitarbeiter einstellen, wäre ein Weg. Schadet aber dem Image des Unternehmens. Und wie wir oben gelernt haben, sind qualifizierte Mitarbeiter heute äußerst schwer zu finden 

Ein entscheidender Faktor wird daher die Weiterbildung von Mitarbeitern sein. Sie zu schulen, umzuschulen und fit für neue Systeme bzw. Anforderungsbereiche zu machen, ist nachhaltiger, schafft Vertrauen und erhöht die Motivation und Produktivität. Softwarehersteller für das Immobilienmanagement bieten hier vielfältige Möglichkeiten zur Qualifizierung von Mitarbeitern an - seien es individuelle Schulungen mit Consultants, Online-Seminare oder Webinare, das Angebot ist weitreichend und macht sowohl Mitarbeiter als auch Azubis fit für die Zukunft. Derartige Maßnahmen zeigen der Belegschaft Wertschätzung, stärken das Wir-Gefühl im und die Identifikation mit dem Unternehmen. 

Digitalen Technologien als Treiber der beruflichen Aus- und Weiterbildung 

Die neuen digitalen Technologien wirken dabei als Treiber der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Je höher der Digitalisierungsgrad eines Unternehmens ist, desto mehr Zeit und Geld stellen sie oft für betriebliche Weiterbildung bereit, sodass die Beschäftigten an Weiterbildung teilnehmen können. Die Corona-Krise scheint sich auch hier als Beschleuniger des Strukturwandels zu digitalen Weiterqualifizierungs-Formaten zu erweisen - die angebotenen E-Learning Möglichkeiten wurden vielerorts drastisch erweitert, sodass das Lernen noch einfacher gemacht wird. Denn ein großer Mehrwert der digitalen Lernangebote ist es, dass sich diese gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen.  

Fazit 

Der Fachkräftemangel ist eine Herausforderung für Immobilienunternehmen, dem weniger mit kurzfristigen, als mit mittel- bis langfristigen Maßnahmen zu begegnen ist. Mit der richtigen Herangehensweise ist die Herausforderung jedoch zu meistern. Anstatt sich nur einer Maßnahme zu widmen, sollten sich Unternehmen hier breiter aufstellen und mehrere Faktoren beachten. Wer sich in mehreren Bereichen des Employer Brandings engagiert, positioniert sich als Arbeitgeber mit Perspektiven, formt sich seine eigenen Spezialisten – und kann mit motivierten Mitarbeitern die Zukunft gestalten. 

Topics: Management & Verwaltung


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