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Stadtquartiere in Zeiten der Digitalisierung - wie neue Technologien helfen können, Menschen zu verbinden

Eingestellt von Redaktion am 15. April 2020 09:25:00 MESZ

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Trends von Redaktion

Die Wichtigkeit gegenseitiger Hilfe wird grad in dieser Zeit sichtbar. Die fortschreitende Digitalisierung erleichtert dabei nicht nur den Unternehmen der Immobilienbranche ihre Arbeit, auch die Bewohner und Mieter verschiedener innovativer Wohnkonzepte können von den neuen Technologien profitieren. So wird auch der Trend, Stadtquartiere zu errichten bzw. weiterzuentwickeln, um Menschen miteinander zu verbinden und die Lebensqualität und Attraktivität der Städte zu stärken, von der Digitalisierung unterstützt und auf eine neue, moderne Ebene gebracht. Vor dem Hintergrund, des demografischen Wandels, sich verändernder Gesellschaftsstruktur hin zu einer Individualisierung und der steigenden Urbanisierung werden die Stadt- bzw. Wohnquartiere durch geschickten Einsatz digitaler Technologien immer beliebter und interessanter für Jung und Alt. Wieso und wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum Quartiere?

Die Menschen zieht es in die Städte, wo sie Arbeit finden und wo das Leben pulsiert - Leben und Arbeiten wachsen immer mehr zusammen. Gleichzeitig trägt der demografische Wandel dazu bei, dass immer mehr ältere Menschen in den Städten wohnen, weil sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben wollen und viele sogar zuziehen - nicht nur die dortigen kurzen Wege zum Einkaufen, zu Ärzten und zu Kultureinrichtungen liefern ihnen gute Argumente. Auch die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen ist für sie ein Aspekt, sich zentral niederzulassen. 

Moderne Lebensformen mit modernen Anforderungen  

Zudem bilden sich neben den traditionellen Gesellschaftsstrukturen, in denen Familien dominierten, immer mehr alternative Lebensformen, wie alleinerziehende Elternteile oder Einpersonenhaushalte - die gesamte Gesellschaftsstruktur verändert sich. Dementsprechend sollte sich auch die Art und Weise des Lebens und Wohnens anpassen.  

Die Weiterentwicklung oder Errichtung von Stadtquartieren kann eine Möglichkeit sein, die unterschiedlichen Lebensformen gut zu verbinden. Die schwindende Anonymität und gegenseitige Hilfsangebote in Quartieren macht sie daher immer beliebter. Wie in guten “alten” Nachbarschaften unterstützt man sich hier häufig gegenseitig. Und die Digitalisierung kann heutzutage dabei helfen, die Quartiere zukünftig so zu entwickeln, dass sie für alle Beteiligten noch nutzbarer und nützlicher sind – sei es für die Bewohner oder die Vermieter bzw. Verwalter. 

Digitale Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg 

Der Schlüssel zum Erfolg einer nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartiere liegt darin, die unterschiedlichen Menschen zu vernetzen, auch durch digitale Angebote. Zudem wird eine solche Wohnungs- und Städtebaupolitik nur dann erfolgreich sein, wenn die Berücksichtigung spezifischer Anforderungen der unterschiedlichen Lebensformen dazu beiträgt, das Leben jedes Individuums zu vereinfachen und gleichzeitig das Zusammenleben aller zu stärken. Der Bau von nach Nutzungsarten getrennten Immobilienkonzepten, wie Wohnungen, Altenheimen, Büros und Einkaufsmöglichkeiten, könnte einer neuen Denkweise weichen.

Der Arbeitsplatz ist heutzutage bestenfalls um die Ecke und der Supermarkt, die Kita, der Arzt sowie die Apotheke oder Restaurants und Bars sind nur wenige Schritte weiter im Wohnquartier. Gleichzeitig befindet sich ein kleiner Park zum Entspannen mit Kinderspielplatz in der Nähe - so beschreibt sich die Optimalvorstellung vom zukünftigen Leben im Quartier einer Großstadt. Natürlich ist das nicht allerorts umsetzbar, diese Herangehensweise an Neubauprojekte findet man aber schon heute in vielen Städten. 

Quartiere als Orte der Begegnung - wie die Digitalisierung dabei unterstützt 

Die digitalen Technologien können heutzutage hilfreich sein, die Bewohner der Quartiere zu vernetzen und so der Anonymität bzw. einer Vereinsamung entgegenzuwirken oder gegenseitige Hilfeleistungen anzubieten. Mithilfe von Quartiers-Communitys, beispielsweise als App oder Internetseite, können Gemeinsamkeiten gefunden oder private “Dienstleistungen” angeboten bzw. angefragt werden. So können sich Bewohner des Quartiers der Zukunft etwa zum Kochen oder Karten spielen verabreden oder im Sinne des Mehr-Generationen-Wohnens Leistungen, wie beispielsweise einen Einkauf für ältere Menschen erledigen gegen Babysitten austauschen. 

Innerhalb der eigentlich anonymen Großstädte können mithilfe von Stadt- bzw. Wohnquartieren, Orte der persönlichen Begegnung und der gegenseitigen Hilfe geschaffen werden. Dabei werden auch ältere Menschen in den Alltag mit einbezogen - auch sie können noch lernen, von den digitalen Angeboten zu profitieren. 

Einen ersten Ansatz in diese Richtung hatte man beispielsweise schon 2016 im “Märkischen Viertel” in Berlin. Die Initiative “SeniorenNetz” hat mit den Bewohnern, Quartiers- sowie Mieterbeiräten und unterschiedlichen Stadtteilakteuren die Website „www.seniorennetz.berlin“ für das Quartier “Märkisches Viertel” ins Leben gerufen. Die Website bietet eine Übersicht zu unterschiedlichen Themen, zu Orten im Viertel oder in der nahen Umgebung sowie zu aktuellen Terminen und Veranstaltungen. Im Stadtteil ermöglichen zudem zwei Infosäulen mit integrierten Tablets und Druckern auch Menschen ohne eigenes Gerät den Zugang zur Website und den wertvollen Informationen. Zehn im Stadtteil zusätzlich eingerichtete WLAN-Hotspots erweitern dieses digitale Angebot. 

Digitale Service-Plattformen für die Kommunikation 

Auch digitale Service-Plattformen für die Kommunikation unterstützen bei der Planung des Alltags in Quartieren. Mieter, Eigentümer, Dienstleister, Objektbetreuer und Immobilienverwaltung – es gibt immer etwas zu besprechen. Über die digitalen Plattformen lassen sich alle Beteiligten vernetzen und über die im System verfügbaren Pinnwände können die Bewohner untereinander kommunizieren. Die Zentralisierung der Kommunikation, die Zusammenarbeit und die Steuerung der Abläufe über eine digitale Plattform, die alle beteiligten Parteien direkt miteinander verknüpft und Prozesse (teil)automatisiert, kann denn Alltag signifikant vereinfachen. 

Sharing Economy - teilen und gegenseitig helfen 

Mithilfe dieser Möglichkeiten zur Kommunikation innerhalb der Quartiere fördert die Digitalisierung auch die heute beliebte “Sharing Economy”, darunter versteht man das Teilen bzw. Austauschen von Leistungen, nicht immer benötigten Gebrauchsgegenständen oder schlichtweg von Raum. Gesteuert wird dabei alles durch eine App, mit der die Bewohner eines Quartiers kommunizieren und kooperieren können - jeder entscheidet dabei selbst, welche Dinge er teilen oder anbieten möchte, von der Bohrmaschine über Hilfe beim Einkaufen oder beim Blumengießen in der Urlaubszeit. Gleichermaßen können aber auch die im Quartier ansässigen Ärzte, Händler oder Gastronomen kontaktiert werden, um etwa einen Behandlungstermin zu vereinbaren, sich Lebensmittel in die Wohnung liefern zu lassen oder einen Tisch für den Abend vorzubestellen. 

An Mikorstandorten, wie etwa dem an sich autofreien Vierteln “Schwabinger Tor” in München, teilen sich die Bewohner per Carsharing Automobile, falls sie doch einmal ein Fahrzeug benötigen. In dem Quartier besteht zudem auch die Möglichkeit, Büroarbeitsplätze nur für Stunden oder Tage anzumieten. 

Das “digitale schwarze Brett” - Informationen für ein ganzes Quartier 

Bundesweit setzen zudem immer mehr Wohnungsgesellschaften und Projektentwickler in neuen Wohnquartieren auf die Datenübertragung über das Internet. Sie wollen damit schnell mit Bewohnern kommunizieren - nutzen heute beispielsweise “digitale schwarze Bretter”. Das sind beispielsweise in Treppenhäusern aufgehängte Touchscreenmonitore, welche als digitale Pinnwand genutzt werden, um den Bewohnern Nachrichten zu übermitteln. Mit dieser Technik können sowohl die Unternehmen als auch die Bewohner alle Mieter informieren sowie Suchanfragen und Angebote veröffentlichen oder Veranstaltungen, Handwerkerbesuche und viele weitere Informationen problemlos ankündigen und die Nachrichten mit wenig Aufwand für ein ganzes Quartier zentral steuern. 

In der Zukunft könnten solche “digitalen schwarzen Bretter” direkt mit der im Immobilienmanagement verknüpften Verwaltungssoftware genutzt werden und für eine weitere Automatisierung der in Immobilienverwaltungen alltäglichen Prozesse sorgen. Werden etwa die durch das System angefragten Aufträge an Handwerker bestätigt, könnte die Software die Termine für einen Handwerkerbesuch automatisch an das “digitale schwarze Brett” in den Wohnquartieren weiterleiten. Solche neuen Technologien werden gewiss den Einzug in die digitale Immobilienverwaltung der Zukunft finden und dazu beitragen, die Prozesse weiter zu automatisieren und so eine Verbesserung des Services der Unternehmen und deren Mieter schaffen.  

Topics: Trends


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