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Wohnen und Arbeiten der Zukunft. Warum digitale Instrumente und Smart Technologien immer wichtiger werden?

Eingestellt von Jens Hoffstiepel am 6. August 2020 09:47:00 MESZ

Wohnen der Zukunft

Trends von Jens Hoffstiepel

Wie wohnen und arbeiten wir in der Zukunft? Eine Frage, die die gesamte Gesellschaft betrifft und die besonders die Immobilienbranche besser heute als morgen bestmöglich beantworten würde. Unser Verhalten und unser Leben ändert sich aufgrund der Digitalisierung und der fortschreitenden Urbanisierung schon jetzt rasant. Dementsprechend haben sich auch Wohn- und Arbeitskonzepte in den letzten Jahren in hohem Tempo verändert und die Ansprüche an die Immobilienwirtschaft sind gestiegen. Aber wie sieht für die Menschen das Wohnen und Arbeiten in der Zukunft aus und welche Veränderungen, neue Perspektiven und Tätigkeitsfelder ergeben sich daraus für die Immobilienwirtschaft?

Warum so viele Veränderungen auf uns zukommen? 

Immer wieder ist in den Medien von Wohnraummangel und daraus resultierenden steigenden Mieten die Rede. Mitunter ein Grund, warum die Tatsache, dass die Weltbevölkerung unaufhörlich wächst, unsere Gesellschaft vor riesige Probleme stellt. Sind es derzeit ca. sieben Milliarden Menschen auf dem Globus, werden es Schätzungen zufolge im Jahr 2050 bereits 10,5 Milliarden sein – das macht das Problem nicht geringer. Dabei rückt neben der Politik häufig die Immobilienwirtschaft in den Fokus. Denn voraussichtlich werden in der Zukunft 70 Prozent der Menschen in Städten wohnen und arbeiten - bisher sind es bereits über die Hälfte.

Folglich stellt sich zwangsläufig die Frage, wo und wie sollen sie leben und arbeiten? Bereits heute ist der Wohnraum knapp und die wenigen noch freien Wohnungen sind für viele Menschen schlicht zu teuer. Die gesamte Immobilienbranche mitsamt Wohnungsunternehmen, Stadtplanern, Architekten, Inneneinrichtern und Co. arbeiten an Lösungen und versuchen so, dem Wohnraummangel entgegenzuwirken. Dabei müssen sie sich zudem sehr hohen Anforderungen an Modernität, Qualität, technische Ausstattung und an das Service- und Dienstleistungsangebot während der Nutzungsphase von Immobilien stellen – gleiches gilt übrigens für Gewerbe- und Büroimmobilien. Disruptive Veränderungen bei Immobilienkonzepten und den dazugehörigen Dienstleistungen werden daher nicht ausbleiben. 

Verschiedene Wohnkonzepte als Lösungsansatz 

Wohnkonzepte, wie Mikro-Wohnungen könnten genauso ein Teil der Lösung sein, wie Shared Spaces. Derartige Unterkünfte sind eine Kreuzung zwischen einer WG und einer Kleinstwohnung, wobei jeder Mieter über ein eigenes kleines Zimmer mit Teeküche und kleinem Bad verfügt. Küche, Aufenthaltsraum und weitere Räumlichkeiten sind jedoch für alle Mieter frei zugänglich. Diese Art des Wohnens ist besonders für junge Leute interessant, die es am ehesten in die urbanen Zentren zieht. Aber auch für ältere Menschen, die auf die Annehmlichkeiten der Großstadt nicht verzichten wollen, sind Mikro-Wohnungen, bestenfalls in Verbindung mit Ambient Assistent Living und optimiert mit digitalen Helfern, durchaus eine Alternative. 

Ähnliches gilt für Büroimmobilien. Flexibel nutzbare Flächen und digitale Lösungen werden die Arbeitsplatzkonzepte zukünftig prägen. Mehr Mitarbeiter im Homeoffice veranlassen Unternehmen hier zu einem Umdenken, um Fläche und Kosten einzusparen – der feste Arbeitsplatz gehört für viele Mitarbeiter irgendwann der Vergangenheit an. Smart-Building-Lösungen schaffen hier Möglichkeiten, die Flächennutzung zu optimieren. Sensoren übermitteln anonyme Nutzerdaten an eine Smart-Building-Plattform. Ist ein Platz, ein Büro oder ein Konferenzraum belegt? Diese Daten werden an die Plattform einerseits zu Flächenoptimierung übermittelt. Andererseits können Mitarbeiter sich ganz einfach freie Arbeitsplätzte oder Räume über mobile Endgeräte und entsprechende Apps oder direkt im Büro verbaute Displays buchen.  

Smartes Leben, smartes Arbeiten 

Digitalen Helfer werden sich zukünftig immer weiter verbreiten – beruflich und privat. Ein Großteil neu errichteter Immobilien ist bereits heute mit Smart-Home bzw. Smart-Building Technologien ausgestattet und auch die Nachrüstung in Bestandsimmobilien wird immer einfacher und bezahlbarer. Die derartige intelligente Vernetzung von Wohnungen oder Häuser, ermöglicht es beispielsweise das Licht, Rollläden an den Fenstern aber auch Küchengeräte, Alarmanlagen oder Heizungen digital zu steuern. Wobei es dabei nicht bleiben wird, denn die Digitalisierung schreitet immer weiter voran.  

Intelligente Gebäude unterstützen die Nutzer in Echtzeit und tragen dazu bei, Komfort, Raum, Energie und Ressourcenverbrauch zu verbessern. In Bürogebäuden oder Gewerbeimmobilien verbaute Sensoren können beispielsweise die Nutzung eines Büros wahrnehmen, für Auslastung von Meetingräumen oder Arbeitsplätzen eingesetzt werden und demensprechend das Facility Management für die spätere Reinigung zu einer bestimmten Zeit beauftragen. IoT (Internet of Things) Technologien können Gebäude heute so zum Leben erwecken und intelligent machen. Mithilfe derartiger Sensoren soll zukünftig aber auch das Zuhause in der Lage sein, z. B. Stürze der Bewohner zu registrieren und den Notruf zu tätigen.  

Hoch und in die Lücke 

Aber all die Digitalisierung schafft keinen Wohnraum. Im Sinne der Verdichtung von Städten werden daher vielerorts zukünftig einerseits die kleinsten Flächen und Lücken ausgenutzt und es wird andererseits in die Höhe gehen. Mit Dachaufstockungen besteht beispielsweise das Potenzial, ca. 1,5 Millionen Wohnungen zu schaffen. Und innovative Fahrstuhlsysteme schaffen die Möglichkeit, immer weiter in die Höhe zu bauen und mithilfe von Hochhäusern vielerorts “viel” Wohnraum auf relativ kleiner Baufläche zu schaffen. Denn der Platzmangel in den Städten stellt immer wieder ein weiteres Problem dar – es gibt schlichtweg zu wenig Baufläche.   

Nicht nur aufgrund solcher Immobilienkonzepte und Tatsachen erlebt die Immobilienbranche derzeit Veränderungen. Neben der rasch fortschreitenden Urbanisierung sorgen technologische Innovationen sowie der Klima-, Werte- und der demografische Wandel, veränderte Anforderungen an Mobilität und Nachhaltigkeit und neue Nutzerbedürfnisse für radikale Umbrüche. Dies alles schlägt sich letztendlich auch in der Konzeption und Entwicklung aller Immobiliensegmente, wie etwa Wohnraum, Handel, Büros und Hotelbranche nieder. Und auch die angebotenen Dienstleistungen der Immobilienwirtschaft während der späteren Nutzungsphase werden zu einem immer wichtigeren Alleinstellungsmerkmal. 

Wie sich die Veränderungen auf die Immobilienbranche auswirken 

In welcher Form und in welchem Ausmaß ein Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft von diesen Umbrüchen betroffen ist, hängt ganz wesentlich von den jeweiligen Voraussetzungen und Vorhaben ab. Zum einen können die Veränderung neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen und das Wachstumspotenzial von Unternehmen und ihrem Immobilienbestand sowie den angebotenen Dienstleistungen erhöhen. Zum anderen ist der aktuelle Wandel auch mit Risiko verbunden - mögliche Preisschwankungen am Markt, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (VUCA: Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) können die Investitionsvorhaben beeinflussen. Jene Aspekte, auf die Immobilienmärkte im Allgemeinen äußerst empfindlich reagieren.

Eventuell Gründe, warum sich die Immobilienwirtschaft beispielsweise mit der Digitalisierung und den damit einhergehenden disruptiven Technologien schwertut - denn der disruptive Wandel in manchen Aufgabenbereichen und der damit drohende temporäre Verlust an Überblick und der bewährten Handlungssicherheit sind eine Herausforderung für die gesamte Branche. Trotzdem gilt es für die gesamte Immobilienbranche mitsamt den Investoren, Entwicklern, Verwaltern und kommunalen Entscheidungsträgern, sich jetzt mit dem Wandel zu beschäftigen – einerseits, um sich bietende Chancen aktiv zu nutzen und andererseits, um bei negativen Auswirkungen präventiv gegenzusteuern. 

Die Antwort: Digitalisierung 

Aber wie wappnen sich Unternehmen der Immobilienwirtschaft nicht nur für den technologischen Wandel, sondern nutzen ihn aktiv für Ihre Geschäftsziele? Mit der konsequenten und systematischen Digitalisierung von Immobilien, Dienstleistungen und ihren unternehmerischen Prozessen. Die Immobilienbranche hat die Digitalisierung vergleichsweise spät, aber mit hoher Dynamik angenommen - es ist mittlerweile angekommen, dass die Digitalisierung von unternehmerischen Prozessen in Kombination, die Verarbeitung von Gebäude- und Personendaten und digital gesteuerte Dienstleistungsangebote ein großes Optimierungspotenzial mit sich bringen und gleichzeitig den Service steigern. Daher gehören derartige Technologien heute in vielen Unternehmen der Immobilienwirtschaft zu einen Branchenstandard - wohlgemerkt mit viel Luft nach oben.  

Was digitalisieren? 

Digitale Mieterkommunikation, vorhersehbare Analysen aufgrund bestehender Daten und Sensortechnik aus Smart Building-Plattformen, mit BIM erstellte computergenerierte Designs von Immobilien, virtuelle Visualisierung und Simulationen, Augmented Reality schaffen heute die Voraussetzungen, das Produkt „Immobilie“ völlig neu zu denken - die Digitalisierung fördert dabei mit ihren Mitteln eine gewisse Sicherheit bei der Planung von Investitionen. Durch Innovationen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die digitale Verwaltung von Immobilien während der Nutzungsphase kann die Erschließung neuer Märkte ebenso wie neue Partnerschaftsformen einen großen Mehrwert mit sich bringen. 

Auf disruptive Technik einlassen und Performance verbessern 

Die Anpassung der analogen Arbeitsweise hin zur Optimierung von Prozessen mithilfe digitaler Lösungen lohnt sich in allen Lebenszyklusphasen von Immobilien, wobei Unternehmen dabei- unterschiedlichste Hebel und Ansätze zur Effizienzsteigerung zur Verfügung stehen. So können sie während der Entstehungsphase einer Immobilie beispielsweise bessere Prognosen und Beschaffungsentscheidungen treffen, Bewertungen vornehmen und steigern die Performance in den Bereichen Planung und Bau. Vor allem aber agieren die Unternehmen der Immobilienwirtschaft effizienter sowie intelligenter bei der Verwaltung von Immobilien im operativen Geschäft. 

Die Unternehmen der Immobilienwirtschaft sind letztendlich in der Lage, fundierte Entscheidungen früher zu treffen, schneller und agiler zu reagieren und vor allem wettbewerbsfähiger zu werden - dies alles bei höherer Kosteneffizienz und Rentabilität. 

Topics: Trends


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